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Die Rechte anderer beachten – wo überall im Business du das tun musst!

Die Rechte anderer beachten –
wo überall im Business du das tun musst!

Ich habe ein schönes Foto auf meinem Handy!
Das kann ich gleich für den nächsten Blogbeitrag nehmen.
Ist ja schließlich mein eigenes. Oder nicht?

Vor ein paar Tagen hörte ich von einer Bekannten, dass ihr Blogartikel fast 1:1 von einer anderen Frau übernommen und vermarktet wurde. Ich denke nicht, dass du das machst, aber leider höre ich öfters von solchen und ähnlichen Fällen. Auch war z.B. schon ein Titelbild meiner fb-Privatseite auf einer anderen Webseite zu finden.

Deshalb möchte ich einfach wieder einmal daran erinnern:
wenn du selbst etwas gestaltest und damit wirbst, musst du einige Rechte beachten.

Und zwar nicht nur Bildrechte!

Ich bin keine Anwältin, deshalb ist dieser Artikel nicht als Rechtsberatung zu sehen und auch nicht verbindlich. Hier schreibe ich als Anregung aus meinen Erfahrungen.
Der Artikel deckt daher nicht alle rechtlichen Lagen ab. Wenn du ganz unsicher bist, bitte einen Anwalt fragen.

Die Abmahngebühren für unterschiedlichste Verstöße gehen in die tausende Euro.
Deshalb hier die wichtigsten Beispiele, bei denen du Rechte anderer beachten musst.

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1. Bildrechte 

Zum Thema Bildrechte bist du sicher schon am meisten informiert. Da gibt es schon ganz viele Blogartikel, Videos usw.. Auch ich habe schon einen Artikel dazu geschrieben: Fotos aus dem Internet. Und du kannst dir gern mein Freebie dazu herunter laden.

Wichtig ist zu unterscheiden:

Bilder für den privaten Gebrauch

Grundsätzlich gilt: keine Fotos aus dem Internet ziehen! Alle Bilder dort gehören irgendjemanden! Und dieser hat die Rechte darauf!

Suchst du Bilder z.B. für deine Hochzeitseinladung oder Geburtstagseinladung, Konfirmation deines Kindes oder ähnliches, findest du ganz viele kostenlose Angebote im Internet. Wenn du genau danach suchst!

Also, vergewissere dich genau, das dort steht:
Bilder für private Zwecke frei zur Nutzung!

Oder

  • Zeichne selbst
  • lasse Fotos extra für dich machen
  • kaufe eine Bilder-CD, an der du dann die Rechte hast.

Auf jeden Fall vergewissere dich auch für private Nutzung, ob du die Fotos, Illustrationen, Malvorlagen und ähnliches verwenden darfst!

ACHTUNG! Fotos von der letzten Party darfst du auch nicht einfach so in deine nächste Einladung integrieren und über facebook verbreiten. Auch wenn du die Bilder selbst gemacht hast. Denn wenn dort Personen abgebildet sind, verletzt du damit Persönlichkeitsrechte. Erst recht, wenn du sie über facebook verbreitest.

Also, frage vorher nach, ob denjenigen das recht ist. Ansonsten kann es die Freundschaft oder viel Geld kosten.

Bilder für den kommerziellen (gewerblichen) Gebrauch

Wie schon beschrieben, ist hier am meisten Vorsicht geboten. Wenn jemand Fotos für geschäftliche Zwecke nutzt, also Geld damit verdienen will, will der Urheber natürlich auch etwas davon haben.

Daher gibt es die Nutzungsrechte, die der Urheber (Fotograf, Designer, Illustrator oder auch eine Privat-Person) vergeben darf. Viele machen das inzwischen teilweise kostenfrei, z.B. auf kostenfreien Bild- oder Schriftportalen. Zweck ist es hier meist, für sich zu werben, etwas Gutes zu tun oder zumindest einen kleinen freiwilligen Obulus einzusammeln.

Das darf aber der Urheber selbst entscheiden.

Meist sind natürlich Zahlungen für Nutzungsrechte fällig. Und wenn die verletzt werden, wird es teuer. Eigentlich auch sehr verständlich.

Es kann auch sein, dass du ein Bild bei einem Fotografen rechtmäßig erworben hast und ein anderer es einfach für seine Zwecke nutzt. Weil er es z.B. auf deiner Webseite gefunden hat. Wie findest du das? Bestimmt empörend. Und das ist es auch! Deshalb halte dich selbst an die Rechte und zahle oder frage zumindest nach, was es kostet oder welche Möglichkeit es gibt das ein oder andere Bild zu verwenden.

Gekaufte Bilder

Bei gekauften Bildern bist du auf der sichersten Seite.

Sei es aus einer

  • Bilddatenbank
  • vom Fotografen
  • von einer CD
  • oder aus einem Katalog

Aber schau auch hier genau. Bei der Bilddatenbank kannst du zu unterschiedlichen Preisen kaufen! Es gibt hier Unterschiede bei den Größen und auch bei den Verwendungsmöglichkeiten.

Meist brauchst du eine Zusatz-Lizenz für Social Media!
Hast du diese nicht, wird es auch teuer. Obwohl du das Bild gekauft hast. Manche kostenpflichtige Bilddatenbanken beschränken auch auf bestimmte Zeiten und Orte, also z.B.

  • nur für einen Aktionszeitraum
  • regional
  • deutschlandweit
  • nur für Flyer

Schau da bitte jedes Mal ganz genau und frage im Zweifel noch einmal nach.
Oder lass dir etwas Schriftliches geben. Bei gekauften Bildern bekommt man eine Rechnung. Schau, zu deiner Sicherheit, dass alle Nutzungsrechte darauf verzeichnet sind.

Frage auch beim Fotografen vorher an.
Und halte das auch bei ihm in einem Vertag oder einer Vereinbarung fest!

Private Bilder

Private, also selbst fotografierte Bilder darfst du grundsätzlich selbst auch gewerblich nutzen. Aber am sichersten nur diese, die eine Landschaft, dein Büro, dein Haus zeigen.

Sobald du Menschen, Häuser oder Eigentum anderer Leute (auch Hunde) fotografierst, musst du diese um ihr Einverständnis bitten. Und am besten schriftlich.

Sicher kennst du das, wenn du Kinder hast, von Schulveranstaltungen oder Vereinen. Da muss man unterschreiben, dass Fotos, die auf dieser Veranstaltung gemacht wurden, verwendet werden dürfen. Wenn du nicht unterschreibst und findest dich oder dein Kind auf der Webseite des Veranstalters, kannst du klagen.

Private Fotoshootings

Um Kosten zu sparen oder um es persönlicher zu gestalten, kannst du natürlich Freunde fragen, ob du diese, ihr Haus, Garten oder die Kinder fotografieren darfst.

Aber sicher dich auch hier ab und sage deutlich, am besten wieder schriftlich, wofür du die Fotos verwendest. Wenn du nur vom einmaligen Werbeplakat sprichst, aber die Bilder plötzlich weltweit durch das Internet geistern, ist das etwas ganz anderes.

Ich denke, du weißt was ich meine.

Überlege einfach bei allem was du für dein Unternehmen verwenden, und damit öffentlich stellen willst, wo ist es her? Wer hat es gemacht, produziert, erfunden, geschrieben und und und?

Im Zweifelt bitte recherchieren!
Es gibt heutzutage zu allem Infos im Internet. Auch rechtliche Beratung!

Bilder aus Büchern, von Postkarten oder CDs

Diese Art der Bildersuche ist zwar im Internetzeitalter nicht mehr so „in“, aber ich erlebe es trotzdem immer wieder. Da wird in einem Buch oder auf einer CD ein tolles Bild gefunden, und schwupps mal schnell fotografiert und gepostet!

Da musst du sehr gut aufpassen! Auch das ist, genau genommen, Urheberrechtsverletzung. Wenn du das Buchcover entsprechend mit Autor und Buchempfehlung postest, alles gut. Aber nutze die tolle Illustration nicht für die Untermalung deiner Kinder-Coaching-Webseite. Außer, du hast die Nutzung mit dem Autor vorher geklärt.

Hier, entweder wie bei den Zitaten, den Ursprung genau beschreiben. Oder, noch sicherer, sich die Rechte zum Veröffentlichen wirklich einholen.

Ich habe z.B. im Herbst ein tolles Bastelbuch von Bine Brändle gefunden und wollte einige Beispiele auf meinem Blog weitergeben. Ich habe per Mail bei Frau Brändle nachgefragt und ihr auch den Link zum Blog geschickt. Nach ihrem o.k. habe ich veröffentlicht. Und war so auf der sicheren Seite!

Am besten ist es immer vorher zu fragen. Das kostet zwar etwas Zeit und vielleicht gibt es eine Ablehnung.

Aber es kann dir Unruhe und viel Geld sparen UND sogar tolle Kontakte einbringen. Denn du kannst dich gleich mit denjenigen austauschen, von denen du etwas verwenden willst. Also, sogar eine tolle Sache.

Bilder aus Whats app und facebook

Das ist ein neues und großes Thema, in dem ich wenig Erfahrung habe und rechtlich natürlich nicht sicher bin. Aber, so wie ich schon in Blogs gelesen habe, darf man eigentlich nicht mal Links mit gekauften Bildern weiter teilen, wenn nicht geklärt, wie weit die Rechte ursprünglich reichen. Das ist natürlich eine ganz gemeine Sache, wenn du wegen so etwas vielleicht abgemahnt wirst. Aber das gab es schon.

Und es zeigt, auch hier Vorsicht. Nicht wild alles weiter posten. Und vor allem gepostete Bilder nicht einfach verwenden für eigene Zwecke. Klar, gehören die Fotos in facebook angeblich sowieso alle facebook, aber grundsätzlich sollte man hier fair sein. Oder möchtest du dein tolles Titelfoto, welches dir beim letzten Familienspaziergang gelungen ist, auf dem Flyer von jemand anderem sehen?
Das ist nicht in Ordnung.

Ich will mich zu dem Thema gar nicht weiter auslassen. Aber ich will dich sensibilisieren. Überall sind theoretisch irgendwelche Rechte zu beachten. Sei da einfach achtsam im Umgang mit den Daten anderer. In deren und im eigenen Sinne.
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2. Rechte an Schriften

Auch an Schriften gibt es Rechte. Das weißt du wahrscheinlich schon. Auch hier kann man, wie bei Bildern:

Auch hier gibt es Einschränkungen für private Nutzungen, z.B. Geburtstagseinladungen oder gewerbliche Nutzung.

Die Schriften auf deinem Rechner und in kostenlosen Programmen kannst du nutzen. Die sind jeweils inklusive.

Aber auch z.B. bei Canva habe ich schon Schriften gefunden, die nicht kostenfrei waren, sondern gekauft werden mussten. Du kannst sie sicher im Rahmen eines Canva Posts nutzen, aber dann nicht auch für deine Webseite und als Schrift in deinem Flyer.

Wenn du das vorhast, google sicherheitshalber den Namen der Schrift und du wirst dazu entsprechende Infos finden.

Auch Schriften in deinem Webseiten-Theme sind mit den Rechten auf diese beschränkt. Da werden allerdings meist kostenfreie Schriften genutzt. Aber willst du diese Schriften auch für andere Gestaltungsaufgaben nutzen, mache dich da bitte vorher schlau.

Kaufe lieber für ein paar hundert Euro anstatt dann tausende Strafe zu zahlen.
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3. Rechte an Illustrationen

Mit Illustrationen ist es das gleiche wie mit Bildern/Fotos. Auch hier bitte keinesfalls aus dem Internet, aus Büchern, von Postkarten oder ähnlichem nutzen. Auch nicht abzeichnen oder nachzeichnen lassen. Wenn, dann muss auf jeden Fall etwas Neues daraus entstehen.

Es gibt auch Bilddatenbanken für Illustrationen bzw. haben die meisten Bilddatenbanken auch Illustrationen im Angebot. Im Menü kannst du unter Suchbegriffen auch Illustrationen eingeben.

Bei kostenlosen Angeboten bitte genau schauen ob nur für private Nutzung oder auch für kommerziell erlaubt. Es ist eigentlich immer das gleiche Schema.

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4. Rechte an Musik

Auch an der Musik, an Musikstücken gibt es Rechte. Das weißt du sicher schon. Falls nicht: in deine Videos, Podcast oder ähnliches darfst du nicht einfach Musik einbinden. Es darf auch nicht dein CD-Player im Hintergrund laufen. Für ein privates Video auf facebook ist das sicher o.k., aber nicht für ein Video mit dem du wirbst oder Geld verdienst.

Die Musikrechte musst du bei der GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) bezahlen. Das ist aber recht preisintensiv.

Inzwischen gibt es schon gemafreie Musik. Die darfst du einsetzen. Aber bitte mach dich auf den entsprechenden Seiten noch einmal genau schlau. Es ist auch nicht unbedingt kostenlos. Aber rechtssicher!

Das gleiche wie für Musik gilt auch für Geschichten und sonstige Tonaufnahmen.

Mein Rat: egal was du für deine Zwecke nutzen willst, überlege ob es ursprünglich jemand anders erstellt hat und damit die Rechte daran hat oder haben könnte.

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5. Rechte an Texten

Auch auf Texten liegen Rechte, z.B. Beschreibungen, Zitate, Aussagen, die du als Testimonial verwenden willst. Es ist klar, dass man nicht einfach von anderen etwas kopiert. Aber, wie oben geschrieben, habe ich wieder einmal gehört, dass Blogbeiträge fast komplett übernommen wurden. Das ist ein No Go! Sowohl moralisch als auch rechtlich!

Nutzt du Texte und Aussagen von anderen, musst du sie entweder so umschreiben, dass es deine eigenen Texte sind, sie als Zitat (nach vorheriger Absprache) verwenden oder in Kooperation gehen zu diesem Thema.

Auch tolle Feedbacks zu deinen Produkten oder Inhalten darfst du nicht ohne Absprache als Testimonial nutzen. Ich habe auch schon einen Chat-Kommentar von mir als Werbung in einem Webinar gesehen. Das fand ich nicht sooo schlimm aber etwas überfahren habe ich mich schon gefühlt. Es stand auch mein Name und mein Bild dabei. Das ist nicht o.k.

Wenn du du Testimonial verwenden möchtest, frage nach dem netten Kommentar nach oder frage auch bei einer Webinaranmeldung ob es o.k. ist die Kommentare zu verwenden. Sicher wird dich hier keiner verklagen, aber ein Knacks im Vertrauen der Interessenten und Kunden ist auch nicht wirklich erstrebenswert.

Welche Texte willst du noch verwenden?

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6. Rechte an Designs

Auch an Designs gibt es im Grunde Rechte. Da ist die Grenze zu einem geschützten Design natürlich sehr schwammig. In diesem Artikel findest du genauere Infos. 

Die wenigsten Entwürfe sind heute noch geschützt. Trotzdem ist es einfach nicht in Ordnung, wenn man die Ideen und Umsetzungen von anderen einfach übernimmt und für sich verwendet.

Auf jeden Fall sind sehr viele Logos geschützt, auch Firmennamen. Da kommt es schnell zu Abmahnungen, wenn diese ziemlich genau übernommen werden.

Also, lasse dir hier etwas eigenes machen und schütze auch dein Logo, Firmenname oder eine Illustration beim Patentamt. Ansonsten musst du leider mit Kopierern rechnen.

Zusammenfassung

Nichts außer deinen ganz eigenen geistigen oder handwerklichen Schöpfungen, darfst du verwenden, ohne die jeweiligen Rechte zu beachten.

Am wichtigsten zu beachten sind hierbei:

  • Bilder
  • Schriften
  • Illustrationen
  • Musik
  • Texte
  • Designs.

Hier unterscheidet man nach privater oder kommerzieller Nutzung und nach kostenfreien und kostenpflichtigen Lizenzen. Auch bei kostenfreier Nutzung musst du die kostenfreie Lizenz nachweisen können.

Niemals von anderen „klauen“. Das ist rechtlich und moralisch nicht tragbar.

Es ist aber alles gut händel- und umsetzbar, wenn du das jeweils im Kopf hast und dir etwas Zeit für die Recherchen nimmst.

Wie ist das bei dir? Bist du dir bisher über alle diese Punkte klar gewesen?
Bist du rechtlich immer auf der sicheren Seite?

Herzliche Grüße von Kathleen

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Mein Name ist Kathleen Rother. Ich bin Grafikdesignerin und ich vermittle Grafik-Basics und Kreativitäts-Tipps für Geschäftsfrauen, die endlich mit einem passenden Design sichtbar und glücklich werden wollen. Ich helfe ihnen ihr Design selbst zu entwerfen oder die Zusammenarbeit mit dem Grafiker optimal zu gestalten. Für die Umsetzung biete ich hilfreiche Blogbeiträge, eMail- und Online-Kurse und persönliche Design-Checks.

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